Nur kleine Gruppe als Staffelpilger auf dem Jakobusweg unterwegs
ABENBERG (hi) – Mit dem Staffelpilgern „Europa Compostel“ setzt die Deutsche St. Jakobusgesellschaft zur Zeit eine europäische Initiative im Heiligen Jakobusjahr 2010 in die Tat um, die bereits in den beiden letzten Heiligen Jakobusjahren (1999 und 2004) erfolgreich war. 
In der Region Süddeutschland führt einer der Wege von Nürnberg in das 399 Kilometer entfernte Konstanz am Bodensee, von dort schließlich nach Einsiedeln in der Schweiz.
Das gemeinsame Ziel, das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela, der sein Leben bedingungslos in den Dienst Christi gestellt hat und als erster der zwölf Apostel den Märtyrertod starb, bringt seit über tausend Jahren Menschen aus ganz Europa zusammen.
Der Verantwortliche für die Station Nürnberg bis Gunzenhausen, Werner Müller aus Waiblingen, hat am 25.5. in Nürnberg den Pilgerstab übernommen. Dieser war bereits unterwegs von Slubice (Polen) über Leipzig und wird am 12.6. in Konstanz den Schweizer Jakobusfreunden übergeben. .

Das schlechte Wetter und eine leider verschriebene Telefonnummer in der Ausschreibung mögen die Ursache dafür gewesen sein, dass sich mit Dimka Maria aus Korb und Siegfried aus Althütte (beide Rems-Murr-Kreis bei Stuttgart) nur noch zwei Pilgerfreunde für die Mehrtagesstrecke entschieden hatten. Zwei Tagespilger/innen sind die Etappe von Nürnberg bis Schwabach (24 km) mitgegangen, vier von Schwabach nach Abenberg (15 km), und mit Theres aus Roth und dem Schreiber dieser Zeilen zwei weitere in Richtung Rietherkirche in Kalbensteinberg (16 km).
Günter aus Hamburg hatte sich von Tillyschanz bei Eslarn, direkt an der tschechischen Grenze gelegen, alleine auf den Weg gemacht und kam zufällig am Kriegerdenkmal am Stillaplatz vorbei, just in dem Moment, als sich die genannten fünf Personen mit Pfarrer Stefan Brand von der katholischen Kirchengemeinde zur Morgenandacht in der Jakobuskirche trafen. Spontan schloss er sich der Gruppe an.
Zitate aus dem Jakobusbrief (Evangelium nach Matthäus), Jakobuslied und Fürbitten waren das mentale Rüstzeug für den kommenden Tag. Noch ein Eintrag in das mitgeführte Tagebuch, dann ging’s gemeinsam weiter. 
Über die Kirchleite und die Ulmer- oder Weinstraße vorbei an der Weißen Säule, und von da führte der Weg zur evangelischen Jakobuskirche in Dürrenmungenau. Müller erläuterte kurz geschichtliche Zusammenhänge. Noch ein Abstecher in den Hof des Wasserschlosses, dann machte sich die Gruppe nach Beerbach und Wernfels auf. Ein kurzer Halt noch am letzten Anwesen. Am Gartenzaun weist ein Schild den Weg: „Santiago de Compostela - 2650 Kilometer“.
Ohne Worte, aber doch frohen Mutes, zog die Gruppe unter dem Regenwolken verhangenen Himmel dem nächsten Zwischenziel entgegen. In Gunzenhausen wurde der Staffelstab weitergereicht an Hans Fauser aus Heidenheim, dem Verantwortlichen für die Etappen bis Oettingen.
Staffelpilgern „Europa Compostel“ – eine europäische Initiative im Heiligen Jakobusjahr 2010
Im Heiligen Jakobusjahr 2010, und zwar vom 25.5. bis 18.6., organisiert die Regionalgruppe Süddeutschland der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft ein Staffelpilgern für die Strecken Nürnberg – Einsiedeln und München – Einsiedeln.
Der Stab, der von Nürnberg über Abenberg nach Einsiedeln gebracht wird, kommt aus Tschechien über Leipzig. Die Übergabe des Stabes soll auf den 25 Etappen in den sieben dafür außerdem vorgesehenen Orten (Markt Heidenheim, Oettingen, Nerenstetten, Ulm, Steinhausen, Weingarten, Konstanz, Einsiedeln – Stabwechsel an die Schweizer Jakobusfreunde) in festlichem Rahmen erfolgen.
Am 25.5. beginnt das Stabpilgern in Nürnberg in Richtung Schwabach (24 km) mit einer Andacht um 8.00 Uhr in der evangelischen Jakobskirche mit Aufbruch und Stabwechsel. 26.5., Schwabach – Abenberg (15 km). Um 9.00 Uhr ist Andacht in der evangelischen Jakobskirche Unterreichenbach, danach Aufbruch. 27.5., Abenberg – Kalbensteinberg (16 km) mit Andacht um 8.00 Uhr in der katholischen Jakobskirche.
28.5. Kalbensteinberg – Gunzenhausen (15 km) mit Andacht in der evangelischen Rietherkirche (8.00 Uhr). In Gunzenhausen erfolgt am 29.5. der Stabwechsel für die Etappe Gunzenhausen – Markt Heidenheim (17 km). Die Andacht um 8.00 Uhr findet in der evangelischen Stadtkirche statt.
Wer sich für die Teilnahme an der Staffelpilgerung von Nürnberg nach Konstanz und Einsiedeln interessiert, ist dazu herzlich eingeladen, eine oder mehrere Tagesetappen mitzukommen.
Wer nur einen Tag (ohne Übernachtung) mitgehen will, braucht sich nicht anzumelden. Wer mehrere Tage mitgehen möchte, setzt sich mit dem für die jeweilige Etappe Verantwortlichen in Verbindung.
Fragen und Anmeldungen für die Strecke Nürnberg – Gunzenhausen bitte direkt an Werner Müller, Silcherstr. 10, 71332 Waiblingen, Tel. 0171-4150185. Dort, und auch bei der Stadt Abenberg (Tel. 09178/9880-0), sind auch Name, Anschrift, Telefon-Nummer und ggf. die e-Mail-Adresse der jeweils örtlich zuständigen Verantwortlichen zu erfahren.
Die Idee: Der Jakobusweg führt seit über tausend Jahren Menschen aus ganz Europa zusammen. 1987 wurde er als älteste Kulturstraße Europas zum Weltkulturerbe erklärt.
Menschen der verschiedenen Nationen, unterwegs zu einem gemeinsamen Ziel, zum Grab des Apostels Jakobus, der sein Leben bedingungslos in den Dienst Christi gestellt hat und als erster der zwölf Apostel den Märtyrertod starb.
Der Stab, der an verschiedenen Stationen jeweils einem anderen Pilger übergeben wird, ist ein Zeichen der Verbundenheit der Menschen in Europa, aber auch ein Symbol für das Weitertragen der Frohen Botschaft, wie es Pilgerpatron Jakobus vorgelebt hat.
Bereits in den beiden letzten Heiligen Jakobusjahren (1999 und 2004) wurde ein Staffelpilgern nach Santiago des Compostela unternommen. Die Idee wird nun auch dieses Jahr in die Tat umgesetzt.
Text von Karlheinz Hiltl.
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