100. Todestag Franziska Streitel

„Kraftvolle Zeugin des Evangeliums“

Abenberg: Klosterfrauen feierten 100. Todestag von Ordensgründerin Franziska Streitel

Mit einer Eucharistiefeier zum 100. Todestag gedachte die Kongregation der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter SSM, Regulierter Dritter Orden des heiligen Franziskus von Assisi, kurz „Abenberger Schwestern“ genannt, zusammen mit der Bevölkerung am vergangenen Sonntag, 27. Februar, in der Pfarrkirche St. Jakobus ihrer Gründerin, Mutter Franziska Streitel, einer Ehrwürdigen Dienerin Gottes. Hauptzelebrant war Domkapitular Josef Blomenhofer, Bischöflicher Beauftragter für die Ordensgemeinschaften und für die Angelegenheiten der Weltkirche in der Diözese Eichstätt. Mitzelebriert haben Stadtpfarrer Stefan Brand sowie die Pfarrer Josef Zottmann, Hausgeistlicher im Seniorenzentrum St. Josef, Alois Feihl, Hans Schleer und Willibald Brems aus Roth, Aushilfe im Kloster.

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Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Frauchenchor „New Spirit“ unter der Leitung von Schwester Beate Nieberler und von Organistin Sekunda Geißel.

Pfarrer Brand, der „Hausherr“, konnte im vollen Gotteshaus viele Mitchristen begrüßen, die sich mit dem Kloster Marienburg verbunden fühlten und mitfeiern wollten. „So soll auf diesem Wege die Ordensgründerin besser bekannt werden“, sagte der Geistliche.

Zeitenwandel, Vita und Berufung

Mit den Worten „Tempora Mutantur! Die Zeiten ändern sich!“ begann DK Blomenhofer seine beachtenswerte Predigt und nannte Beispiele aus Wissenschaft und Technik.

Die Erkenntnis und Errungenschaft der Wissenschaft und Technik könnten wir zwar nützen, aber darauf nicht unser Leben bauen. Was bleibe und für unser Leben Fundament sei, sei allein Gott, den Jesus in seiner Frohen Botschaft verkündet habe. Gott, der die Menschen ins Dasein gerufen habe und sie als seine Geschöpfe nicht nur am Leben erhalte, sondern sie über alles liebe, sei dieses tragfähige Fundament. „Diese Botschaft Jesu konnte vor 100 Jahren das Leben prägen und kann es auch heute“, fuhr DK Blomenhofer fort und ging ein auf die drei Stufen des „zentralen Gedankenganges der christlichen Botschaft“, die bei den Lesungen zu hören waren: Gottvertrauen, Gottes Liebe und die daraus wachsende Kraft, sich einzusetzen für die Menschen, die Hilfe brauchen. „So kannst Du mitwirken am Kommen des Reiches Gottes!“

Von diesem Glauben sei, so DK Blomenhofer, Schwester Franziska Streitel, die am 6. März 1911 im Alter von 66 Jahren gestorben ist und die letzten Jahre ihres Lebens in Castel Sant’ Elia, 50 km nördlich von Rom, gelebt hat, erfüllt gewesen. DK Blomenhofer schilderte die Vita der Ordensgründerin, zitierte Stellen aus verschiedenen Briefen und ihren Herzenswunsch: „Das Reich Christi möge sich auf Erden ausbreiten, und dazu gehört, dass zuerst unsere Herzen in tätiger Nächstenliebe weit werden“.

Abenberger Schwestern an der Quelle der Gottesliebe

In seinen weiteren Worten stellte DK Blomenhofer die Verbindung her vom Leben und Wirken der Ordensgründerin zu den „Abenberger Schwestern“. Diese könnten sich dem Dienst am Mitmenschen verschreiben, weil sie „an der Quelle der Gottesliebe ihren Platz haben“. „Gottesliebe und Nächstenliebe gehören zusammen wie die beiden Seiten einer Medaille“, sagte der Prediger anschaulich und ging auch ein auf die Bedeutung von Gottesdienst und Gebet. Aus dieser Überlegung heraus bekomme das ehelose Leben der Schwestern eine zweifache Ausrichtung: Eheloses Leben zeige auf, sich ganz Gott anzuvertrauen und ganz für Gott da sein zu wollen, zugleich ermögliche es einen Ganzeinsatz für die Mitmenschen. “Nichts und niemand soll meinen Dienst am hilfsbedürftigen Nächsten einschränken können“.

Eheloses Leben Voraussetzung für die Gottes- und Nächstenliebe

Damit sei die ehelose Lebensform ein Zeugnis für die Gottesliebe und zum anderen eine Voraussetzung, sich ganz für den Mitmenschen einsetzen zu können. Deshalb könne auch die priesterliche Verpflichtung zum Zölibat nicht einfach aufgegeben werden, wie manche heute meinen.

Am Ende seiner Predigt dankte der Hauptzelebrant den Schwestern des Klosters Marienburg für das klare Zeugnis der Gottesliebe und für den uneingeschränkten Dienst an den Mitmenschen in Abenberg und an verschiedenen Orten der Diözese Eichstätt. Er zollte neben Dank hohe Anerkennung, auch im Namen des Bischofs, und äußerte den Wunsch, dass sich viele ansprechen lassen mögen und nachahmen, was die Schwestern vorbildlich leben.

Gabenprozession mit Fürbitten

Mit einer Gabenprozession bei den Fürbitten wählten die Schwestern eine besondere Ausdrucksform. Mit Blumen sagten sie Gott „Danke“, dass ihr Werk gelingen konnte. Die zum Altar gebrachte Weltkugel sollte Zeichen der Internationalität der Gemeinschaft sein, denn die Abenberger Schwestern wirken in Deutschland, Italien, Österreich, in Brasilien, in Afrika (Tansania), in der Dominikanischen Republik, in der Karibik und in den USA und bilden ein Netz der Verbundenheit über Landesgrenzen hinweg.

Zeichen der Erlösung war das Kreuz, die brennende Kerze Zeichen von Taufe und Ordensgelübde und ein Gedenken der seit der Klostergründung im Jahr 1920 verstorbenen 1083 Mitschwestern. Brot und Wein zentrales Zeichen ihres Lebens.

Virtuelle Reise durch Castel Sant’ Elia

Am Ende der erhabenen Feier lud Schwester Renate Schleer, Regionaloberin Deutschland, alle Mitfeiernden und die gesamte Bevölkerung zu einem Mittagsimbiss in das Kloster ein. Danach war Gelegenheit, sich gemeinsam in einer virtuellen Tour durch Castel Sant’ Elia an die Orte und Plätze zu begeben, an denen Mutter Franziska Streitel in den letzten Jahren ihres Lebens (1905-1911) gewirkt hat. Siehe im Internet: www.ssmgen.org (1911-2011 anklicken).

 

Text und Bild von Karlhein Hiltl.

 

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Zuletzt bearbeit am Mittwoch, 16. Mai 2012 von W.Horst.